Lichtblick

Fabian sieht Licht und Schatten beim Wurzelgemüse der Energiewende

Fabian, Haushaltsberater für die Themen Energie und Abfall

„Die waren mal ein Pionier auf dem Ökostrommarkt, aber das ist für mich passe. Außer dass er angibt zu 100% seinen Strom aus der ökologisch umstrittenen Wasserkraft zu beziehen hat ihn nun der Autobauer Mitsubishi zu 100% gekauft. Deshalb empfehle ich Lichtblick in meinen Haushaltsberatungen nicht mehr.“

Vom Ökostromer Lichtblick hat fast jeder schon mal gehört. Die Firma aus Hamburg kann mit Sicherheit (Gründung 1998) als ehemaliger Ökostrompionier bezeichnet werden.

Lichtblick gehört mit 640.000 Privatkunden noch zu den größten, Ökostromunternehmen in Deutschland. Aber die Zeiten ändern sich. Zuerst hieß es, Shell habe ein Auge auf Lichtblick geworfen, Im Dezember 2018 wurde Lichtblick zu 100% von Eneco, einem Energieunternehmen mehrerer niederländischen Kommunen, aufgekauft.

Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Gaskraftwerke und Graustrom widersprechen den Ökokriterien und außerdem sucht man Anlagen, die höchstens zehn Jahre alt sind oder eine  Zusatzförderung pro Kilowattstunde vergebens.

Ein Jahr später im November 2019 wurde Eneco nun von Mitsubishi aufgekauft. Gut möglich, dass der Autohersteller hier den Profit erwirtschaften möchte um seine Kernbranche in selber Größe auf E-Antrieb umzurüsten. Weniger Autos wären das Gebot der Stunde, man liest von Speichertechnologie und offshore Windkraft als Investitionsstrategien. Nun gut – das bleibt alles abzuwarten. Aber mit der Konzernunabhängigkeit ist erst einmal vorbei.

Der Strom von Lichtblick kommt übrigens aus bayrischen Wasserkraftwerken, was teilweise einen erheblichen Eingriff in fluviale Ökosysteme darstellt. In den Ausbau von Photovoltaik oder Windenergie wird mit einem Lichtblick Stromliefervertrag hingegen nicht weiter investiert, auch wenn einige Hektar Regenwald bisher geschützt wurden.

Fazit: Die Entwicklung mit dem neuen Eigentümer bleibt abzuwarten. Aber ökologisch gesehen befindet sich Lichtblick meiner Meinung nach eher auf Abwegen. Und auch für Ökostrom ist Lichtblick teurer Anbieter.